Beantragen wichtiger Dokumente in Spanien

28. Juli 2007

Im Netz ist viel über das Auswandern nach Spanien zu lesen, aber leider habe ich keine detaillierte Liste gefunden, welche Dokumente man auf jeden Fall benötigt. Die Bürokratie in Spanien ist ähnlich verbreitet wie in Deutschland. Dies hat uns einige Experimente und Zeit gekostet, deswegen möchte ich das Ergebnis hier mitteilen. Dabei ist teilweise die Reihenfolge der Beantragung wichtig, da einige Dokumente auf anderen Dokumenten aufbauen.

Der erste Strandbesuch in Spanien

Selbstredend wird oft der deutsche Reispass oder Ausweis verlangt. Ab und an sind Kopien davon abzugeben und teilweise werden (nicht biometrische) Passfotos verlangt.

Das ganze erinnert mich ein bisschen an das Computerspiel “Die Siedler”: Erst einen Forscher schicken, um Erz zu suchen, dann Mine bauen, um Erz zu schürfen, das Erz zur Schmelze bringen, von der Schmelze zum Schmied und vom Schmied endlich zum Metzger, der das Beil dringend benötigt, damit man was zum Essen hat, für den Forscher … ;-)

  1. Man benötigt einen Mietvertrag
  2. Mit dem Mietvertrag kann man sich beim Einwohnermeldeamt der Stadt (Ajuntamente) anmelden und bekommt einen Nachweis (Empadroniamento).
  3. Mit dem Nachweis des Einwohnermeldeamtes kann man die spanische Steuernummer (N.I.E.) bei der zuständigen Polizeistelle beantragen. Diese ist enorm wichtig und wird für eine Menge Verträge benötigt. Man muss aber auf jeden Fall zweimal hin, weil man die Gebühr mit einem Schrieb der Polizeistelle bei einer Bank bar einzahlen muss.
  4. Mit der N.I.E. kann man nun eine Sozialversicherungsnummer in Spanien beantragen.
  5. Mit der N.I.E. ist es außerdem möglich, ein spanisches Bankkonto zu eröffnen.
  6. Mit der N.IE., der Sozialversicherungsnummer und dem Bankkonto kann man endlich den Arbeitsvertrag unterschreiben.
  7. Mit dem Bankkonto kann man einen Telefonanschluss beantragen. Dazu muss man paradoxerweise eine Telefonnummer angeben, mit dem ein Techniker den Anschlusstermin abspricht. Wir haben hier die Nummer des Vermieters angegeben, der uns dann informiert hat.
  8. Mit dem Bankkonto und der N.I.E. kann man außerdem ein Handyvertrag abschließen.
  9. Mit der Sozialversicherungsnummer kann man sich dann bei einem Medizinzentrum melden. In Spanien wählt man sich so eine Art Ärztezentrum aus, welches man dann auch als erstes im Krankheitsfall aufsucht und wird von dort an Fachärzte überwiesen.

Ich würde die Liste gerne erweitern und aktuell halten. Wenn ihr also Ergänzungen oder Korrekturen habt, schreibt bitte kurz einen Kommentar.

Alle Angaben ohne Gewähr. Weiterhin ändern sich die Vorschriften öfters mal, ein bisschen experimentieren ist also angesagt.

Die ersten paar Tage in Spanien

4. Juli 2007

Nun sind ein paar Tage vergangen, seitdem wir nach Spanien umgezogen sind und erst langsam beginnt man es zu realisieren. Die Abschiedsparty, die Verabschiedung und der Umzug gingen an mir eher wie in Trance vorbei. Es war so viel zu koordinieren und zu planen, dass für mich nicht wirklich Zeit für einen geordneten Abschied blieb. Auf einmal saß man schon im Auto nach Spanien. Keine Zeit für großartige Abschiedsszenen.

Abschiedsparty

Nachdem alle Sachen von unserem netten Umzugsservice verstaut und der Laster abgefahren war, habe ich noch meine letzten Sachen gepackt, mich von der Familie verabschiedet, die Oma zum Bahnhof gebracht und mich dann auch die Piste gewagt. 16 Stunden Fahrt standen vor mir. Natürlich nicht am Stück. Ich schaffte es bis zur Dunkelheit gerade kurz vor die französische Grenze irgendwo in der Nähe von Freiburg. Dort ging es ins Hotel und fix und fertig schlief ich ein.

Am nächsten Tag stand ich früh auf. Meine Frau hatte mit den Kindern bei Nachbarn geschlafen und flog nun mit dem Flugzeug ab Hannover nach Barcelona. Das Filmteam begleitete sie, ich musste mir da also weniger Sorgen machen. Meine Fahrt ging ewig. Es goss wie aus Eimern und in Frankreich kann man nur 130 km/h fahren, bei Regen sowieso weniger. Wir hatten uns gegen 16.00 Uhr am Flughafen verabredet, doch ich schaffte es nicht und die Familie musste drei Stunden warten. Dafür war aber das Wiedersehen um so schöner, obwohl wir gerade mal einen Tag getrennt waren.

Haus Cerdanyola

Von dort aus ging es dann zu unserem Haus nach Cerdanyola del Valles. Ich hatte im Auto Schlafsäcke und Decken mitgebracht und so konnten wir unsere erste Nacht im neuen Haus ohne unsere Sachen aus dem Umzugslaster verbringen. Natürlich haben wir es noch einmal inspiziert und gleich eine Kakerlake entdeckt (La Cucaracha…). Das war aber wohl eher eine Quotenschabe, da wir seitdem keine dieser Spezies mehr gesehen haben.

Die erste Nacht haben wir einigermaßen gut hinter uns gebracht, der Boden war nur etwas hart. Am nächten Tag kam um 10.00 Uhr der Umzugslaster. Wir hatten beim Ausladen wieder kaum was zu tun, alles wurde von den beiden Jungs erledigt. Wir haben eigentlich nur gesagt, wo die Sachen hin sollen.

Nachdem der Laster weg war, haben wir mit dem Zusammenschrauben der Möbel begonnen und erkannt, dass dies noch ein paar Tage dauern wird. Egal, wir haben Zeit, der Spanier würde sagen: mañana, mañana… Wir haben uns somit gleich an den Lebensrhythmus angepasst. Spät aufstehen, mittags siesta, spät ins Bett und sich einfach keinen Stress machen. Wird es heute nicht fertig, wird es morgen. Das muss man als Deutscher erst lernen.

Linus im Umzugslaster

Am nächsten Tag war dann als Highlight gleich die Abflussleitung verstopft. Wie sich herausgestellt hat, waren in den Abwasserkanal Wurzeln reingewachsen, die unsere Abwassermengen aufgestaut haben. Aber auch das haben wir mit der spanischen Gelassenheit genommen. Der Vermieter hat es mit den Handwerkern trotzdem noch am gleichen Tag beheben können.

Am Wochenende ging es dann erstmal zum Strand. Allerdings wurde es Abend, bis wir mit dem Fernsehteam dort waren, weil sie immer noch was gedreht haben wollten. So haben wir uns für einen Strand in Barcelona entschieden, auf dem Sonntags generell die Massen hausen und der Strand abends dann dem entsprechend aussieht. Außerdem begann es leicht zu tröpfeln. Aber was soll’s, es war ein schöner und romantischer Moment.

Der letzte Arbeitstag in Deutschland

15. Juni 2007

Die Kündigung meiner Arbeitsstelle bereitete mir einiges Kopfzerbrechen. Ich war für mehrere Jahre in einer Werbeagentur als Internetentwickler beschäftigt und wir waren eher sowas wie eine große Familie. Der Führungsstil war recht locker und man hatte neben interessanter und abwechslungsreicher Arbeit auch viel Freiheiten. Ich habe schon bei anderen Firmen gearbeitet und dort hätte ich auch ohne mit der Wimper zu zucken die Kündigung eingereicht, aber dieser Arbeitsplatz war doch irgendwie was anderes.

Abschlied bei KLAX

So fiel es mir dementsprechend schwer, meinem Chef die Entscheidung mitzuteilen, dass wir nach Spanien auswandern wollen und ich kündigen möchte. Und der Tag des Abschieds kam schneller als erwartet. Heute wurde ich Mittags in unseren Besprechungsraum gerufen. Dort stand lecker Paella für alle und es gab ein Geschenk. Alles war in gelb-rot gehalten und eine richtig gelungene Überraschung. Da fällt es einem doppelt schwer zu gehen.

Naja, ich werde morgen nochmal vorbeischauen, meinen letzten Rest zusammen packen und nochmal ein bisschen schwätzen…

RTL begleitet unsere Auswanderung

12. Juni 2007

Natürlich schauen wir uns ab und an irgendwelche Auswandersendungen im Fernsehen an. Zur Zeit kann man sich an drei Tagen in der Woche eine Reportage über einen gelungenen oder aber auch nicht gelungenen Neuanfang in einem anderen Land ansehen. Da wir gerne auch etwas verrücktere Sachen mögen, haben wir uns selbstverständlich beworben und sind nach einem Casting auch sofort genommen worden. Das hätten wir dann doch nicht gedacht. Sind wir so speziell oder ist unser Plan offensichtlich zum Scheitern verurteilt? Wir werden sehen.

Die Kamera ist immer dabei…

Inzwischen haben wir ein paar Drehtage hinter uns. Es geht alles ganz entspannt. Das Team ist nett und wir haben eine ganze Menge zu lachen. Auch die Kinder fassen schnell Vertrauen und wenn die Kamera aus ist, wird munter rumgegeigelt. Allerdings ist das Ganze auch einiges an Arbeit. Man muss sich viel Zeit nehmen wird andauernd interviewed usw. Aber dafür gibt es natürlich auch eine “Gage”.

Anfangs hat man ein bisschen Probleme, sich vor der Kamera zu äußern, ohne rot zu werden oder sich zu verhaspeln. Aber das legt sich relativ schnell, da alles noch einmal gedreht werden kann. So langsam fühlt man sich wir ein Profi. Ansteckmikro dran, Kamera auf einen gerichtet und man erzählt munter vor sich. Autogramme gewünscht?

Das “Problem” ist, dass meistens ein sogenanntes Fischauge (Fisheye) für die Kamera benutzt wird. Dadurch bekommt man mehr auf’s Bild, allerdings befindet sich das Objektiv bei Nahaufnahmen fast auf der Nasenspitze. Da juckt es natürlich extrem, mal kurz in die Kamera zu blinzeln, was natürlich absolut verboten ist.

Sobald ich den Sendetermin weiß, werde ich ihn natürlich gleich posten.